saveLUDWIG@lit.COLOGNE

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Es war einer der ersten heißen Tage des Jahres. Die Sonne schien von einem makellosen blauen Himmel hinab und ließ keiner Wolke eine Chance.

Die, die an diesem Dienstag Nachmittag nicht arbeiten mussten, sonnten sich in den Cafés der Kölner Südstadt, wo wir offen gestanden nicht erwartet haben, die Büroräume der lit.COLOGNE zu finden.

Ja, wir hatten einen Termin bei der lit.COLOGNE. Zwischen all den Briefen, die wir in den letzten Monaten geschrieben haben, kamen wir beide auf die glorreiche Idee, das hochdekorierte Literaturfestival anzuschreiben.
Und man hatte uns geantwortet. Damit hatten wir nicht mit gerechnet. Aber wir hatten eine E-Mail von Traudl Bünger bekommen, der Programmleiterin.

Nach kurzem Austausch wurden wir eingeladen, um unser Anliegen persönlich anzusprechen. Viel zu viel für unsere jungen Buchhändlerköpfe. Aber nun hatten wir die Chance, die wir ergreifen wollten.
Wir hangelten uns an den mit Bäumen gesäumten Straßen entlang, auf den Weg zur lit.COLOGNE. Sichtlich nervös, denn wann ist man schon einmal bei einer solchen Institution eingeladen?

Der Weg war schneller gefunden, als wir dachten. Wir erbringen navigatorisch beide keine Meisterleistungen, daher hatten wir uns schon ein paar Minuten eher auf den Weg gemacht, als nötig gewesen wäre.
Nun standen wir vor diesem Gebäude. Die Tür stand auf, die lit.COLOGNE im oberen Geschoss. „Sind wir hier richtig?“. Die Frage erübrigte sich, als wir den kurz vorm Zerbersten stehenden Postkasten sahen, auf dem das Logo aufgeklebt wurde.
Kurz ein Selfie, damit wir uns selber vergegenwärtigen konnten, dass wir das hier nicht träumen, dann wurden die Treppen bestiegen.
Mit jeder Treppe wurde die Nervosität größer. Natürlich hatten wir im Vorfeld uns überlegt, was wir sagen würden. Natürlich hatten wir uns einige Ideen zurechtgelegt.

Aber in solchen Momenten klopft das Herz lauter, als das Hirn denken kann.
Klingeln. Warten. Wir wurden freundlich begrüßt und hereingebeten. Die Mittagspause der lit.COLOGNE war noch im Gange. Alles wirkt minimalistisch, offen, einladend. Eine gute Mischung aus moderner Innenarchitektur und der Portion Heimlichkeit, die man aus Kindertagen noch kennt und manchmal sehr vermisst. Vielleicht waren es auch die roten Blüten vor den großen lichtdurchfluteten Fenstern, die ein Gefühl von Sommer und Urlaub weckten.

Auf den Schreibtischen tummelten sich Bücher aus dem Bücherherbst, alles sprudelte vor Buchstaben, Worte, Literatur, Ideen…

Wir fingen an zu reden. Kurzer Smalltalk. Man bot uns Pizza und Salat an, aber die Wasserflasche aus der Eifel sprach uns beide mehr an. Jenny nahm noch einen Kaffee. Wir schilderten Traudl Bünger und ihren Kolleginnen unsere (Gefühls-)Lage, unser Anliegen und unsere Wünsche – das, weshalb wir heute überhaupt bei Ihnen saßen.

Kaum hatten wir unsere Sätze vollendet, sprudelte es nur so vor Ideen.

Hier lag also der Unterschied. Diese Ideen waren genial, punktiert. Teils so offensichtlich, dass wir blind gewesen sein mussten, sie nicht zu erkennen. Noch später werden wir beide uns an die jeweilige Stirn fassen und uns fragen, wie sehr man nur so sehr inside the box denken kann. Das Treffen ging schneller vorbei, als wir dachten, als uns lieb war. Wir verabschiedeten uns dankend, mit neuen Ideen im Gepäck und der Gewissheit, dass wir auf die lit.COLOGNE bauen können.

Ein paar Minuten vergingen, bis Jenny und ich wieder miteinander reden können. Wir hatten schon längst die Haltestelle erreicht, von der wir aus den Hauptbahnhof ansteuern wollten. Uns war klar, wenn es ein Literatur-Himmel gibt, dann bestimmt in diesen Räumlichkeiten.

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